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Holzfirma Hüttemann ohne Probleme durch die Wirtschaftskrise


Werksleiter Harry Anscheit (r.) mit den Bürgerschaftsmitgliedern Reingard Berger, Sabine Sturbeck und Bernd Möller. Foto: OZ Wismar (OZ) - „Wir haben bisher jeden Winter durchproduziert, wir mussten keinen nach Hause schicken.“ Harry Anscheit, Werksleiter von Hüttemann in Wismar, strotzt vor Zuversicht und sagt rückblickend: „Wir sind gut durch die Krise gekommen!“ Der drastische Produktionsrückgang beim benachbarten KNT-Sägewerk und der inzwischen vollzogene Eigentümerwechsel von Klausner zu Ilim Nordic Timber (Russland) habe sich zwar ausgewirkt, aber eben nicht gravierend für den Hersteller von parallelem Brettschichtholz. Vor den Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses der Bürgerschaft lobte Anscheit die Rahmenbedingungen mit Seehafen, Bahnanschluss und Autobahn. Davon profitiert der Holzcluster, zu dem neben Hüttemann das Sägewerk, die Egger-Holzwerkstoffe, das Pelletswerk und das Palettenwerk zählen. Viele Arbeitsplätze seien dank des ökologischen Rohstoffes geschaffen worden.

„Normalerweise müssten die Grünen jeden Tag auf der Matte stehen und sagen, toll dass es euch gibt.“ Sein Kompliment für die Ansiedlungspolitik wollte Reingard Berger (Bürgerfraktion) so nicht teilen. Sie kritisierte, dass die großen Unternehmen gefördert worden sind, kleine und mittlere Firmen nicht. Harry Anscheit wollte sich zwar nicht auf eine politische Diskussion einlassen, erklärte aber: „Glauben Sie, ohne die Anreize wären das hier und die vielen Arbeitsplätze entstanden? Ich verstehe Ihre Argumentation nicht so ganz.“ Bei Hüttemann in Wismar waren beim Produktionsstart im Jahr 2000 rund 50 Frauen und Männer beschäftigt. Heute sind es 160. Eine Erweiterung der Produktion sei denkbar, aber schwierig, weil Ausgleichsflächen fehlen. Verarbeitet werden Bretter, wie sie beispielsweise das 100 Meter entfernte Sägewerk aus den Rundhölzern herstellt. Abnehmer wie Egger oder German Pellets nutzen Sägespäne, Hackschnitzel oder Bretter in B-Qualität zur Herstellung von Laminatböden, OSB-Platten oder Pellets.

Die Produkte von Hüttemann reichen von Dachbindern für große Hallenkonstruktionen (in Wismar bis zu 24 m lang, in Olsberg bis zu 55 m) bis zu Decken, Wänden und Ein-Mann-Standard-Elementen. Verbaut werden sie sowohl in Industrieanlagen als auch bei Ein- und Mehrfamilienhäusern. Mit dem Holz-Kreislauf verdeutlichte Anscheit den Ausschussmitgliedern die Vorteile des Holzzentrums in Wismar. „Die Entscheidung, nach Wismar zu kommen, war genau richtig“, so der Werksleiter. Einen Eindruck vom Cluster will sich heute auch EU-Industriekommissar Antonio Tajani verschaffen. Auf seinem Plan steht eine Werksbesichtigung bei Egger, ehe im Technologie- und Gewerbezentrum Wismar eine Diskussionsveranstaltung folgt. Mit dabei sind unter anderem Hans Dieter Bremer, Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern, und Reinhard Bütikofer, Sprecher der Europagruppe Grüne. Eingeladen sind Unternehmer und Politiker.

Von Heiko Hoffmann



 
 
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