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Kandidaten im Kreuzverhör


Mittwoch, 20. Mai 2009 | Die Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft lud zu einem Wahlforum ins Zeughaus ein. Je drei Kandidaten der Parteien und die drei Einzelbewerber für die Bürgerschaftswahl am 7. Juni sollten am Montagabend den WWG-Mitgliedern und interessierten Bürgern Rede und Antwort stehen. Zur Info-Veranstaltung der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft war beinahe die aktuelle Bürgerschaft erschienen. Auch viele Kandidaten zur Wahl kamen ins Zeughaus sowie Parteifunktionäre und Mitarbeiter der Verwaltung. Ca.30 WWG Mitglieder und nur wenige Bürger nutzten das Forum, um den Parteien und Bewerbern auf den Zahn zu fühlen. Das übernahm vor allem der Moderator Norbert Bosse.

Er fragte sie unter anderem, wie sie zu aktuellen Streitthemen in der Stadt stehen. Stichwort Eisenbahnunterführung in der Poeler Straße. Nach Abwägung aller Alternativen sind die Liberalen dafür, erklärte FDP-Wahlkampfleiter Horst Krumpen. Auch für die CDU ist sie unerlässlich für die weitere Entwicklung des Seehafens, zumal die finanzielle Belastung für Wismar verhältnismäßig gering sein wird, meinte Wolfgang Box. Die Grünen befürworten das Projekt ebenfalls aus wirtschaftlicher Sicht, allerdings darf es á la Dresden den Weltkulturerbestatus Wismars nicht bedrohen. Roland Kargel pflichtete bei und ergänzte, dass die Linke die Planung kritisch begleiten wird. Sabine Sturbeck ging noch weiter: Die Stadt hat die Planungshoheit, deshalb muss und kann sie aufs Projekt Einfluss nehmen. Die SPD wage zu prüfen , ob eine kleinere Variante möglich ist. Einzelbewerber Gerald Exner, der in der Poeler Straße wohnt, zweifelt das Gutachten der Deutschen Bahn, das dem Projekt zugrunde liegt, an. Er habe sich Alternativen überlegt und will erreichen, dass die Bürger und Anwohner in die Planung mit einbezogen werden.

Umstritten ist auch das Projekt „Hotel auf dem Mühlenteich“. Dazu gehen die Meinungen weit auseinander. Die Linkspartei lehnt es ab, die SPD hat zwar große Bedenken, will aber kein Verhinderer sein. Dass der Investor zugleich den städtebaulichen Missstand am Platten Kamp beseitigen möchte, heißen SPD, CDU und Grüne zum Beispiel gut. Unter touristischem Aspekt denkt die CDU auch positiv über das Vorhaben, sie will es kritisch begleiten, sagte Manfred Wahls. Ähnlich auch die FDP: Nicht von vornherein an der Idee des Investors zweifeln, sondern sie erstmal positiv sehen und abwägen, fordert Katharina Bernhard. Sie vermisst eine kompetente Stellungnahme des Bauamtes. Es gebe immer weniger baulichen Sachverstand in der Verwaltung, meinte Einzelbewerber Andreas Eigendorf, dafür aber Juristen. Angesichts gescheiterter Projekte in der Vergangenheit wie die Fährverbindung nach England, das Stadttheater oder die Holzstadt ermutigte Gerd Zielenkiewitz (SPD) jeden Wismarer, sich bei diesem Hotel-Vorhaben einzumischen.

Sollte Wismar weitere Schulden für neue Investitionen machen? Ein klares Nein von der FDP, Andreas Eigendorf und Gerald Exner. Auch die CDU sieht dann die Handlungsfähigkeit in Gefahr. Sie will Schulden künftig eindämmen. SPD und Linke wären bereit für neue Schulden, wenn Werte bzw. Arbeitsplätze geschaffen werden, wenn die Nachhaltigkeit gewährleistet ist. Die Grünen sind für neue Schulden, wenn es sich lohnt, sie zu machen, und sie in einer gewissen Zeit zurückgezahlt werden können. Der dritte Einzelbewerber für die Bürgerschaft, Wilfried Boldt, konnte aus beruflichen Gründen nicht am Forum teilnehmen und nicht, weil er die Fragen scheut, teilte er gestern der OZ mit. HAIKE WERFEL Stellten sich dem Wahlforum der WWG (von links): Michael Werner, Sabine Sturbeck, Gerd Zielenkiewitz von der SPD, Wolfgang Box, Manfred Wahls und Ulrich Kändler von der CDU, Renate Lüders, Christa Hagemann, Roland Kargel von der Linkspartei, Horst Krumpen, Katharina Bernhard, Peter Manthey von der FDP, Tino Schwarzrock, Andreas Haubold (verdeckt), Klaus-Peter Brandt von Bündnis 90/Die Grünen, Andreas Eigendorf, Gerald Exner. Foto: H. W.



 
 
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